Bockseifer Geschichte/n

Eines Tages

(noch in der Vorglockenzeit, zur Kleinglockenzeit (s. Abschnitt ‘unsere Glocke‘) hat ein Bockseifer gewünscht, dass die Glocke eigentlich zu seinem Geburtstag läuten könnte.

Er hatte seine Worte vergessen– seine Bockseifer Mitbürger nicht.

Die kamen mit Glocke und Glückwünschen und mit viel Hunger und Durst.

Im Dorf wurde später gemunkelt, dass danach Küche und Keller des Feiernden neu gestrichen worden sind, weil gerade alles so praktisch leer war…

 

Inzwischen läutet die kleine Glocke zu vielen runden Geburtstagen in Bockseifen.

Und nicht nur das! 

 

Lange vor dem Fest überlegen die feierwilligen Bockseifer, was wohl als Mitbringsel

das Richtige für den späteren Gastgeber sein könnte.

Sobald eine Idee geboren ist, wird gehobelt, gesägt, genagelt, geschraubt und gestrichen,

und bis das Projekt fertig gestellt ist, werden Lachmuskeln und Gurgel kräftig strapaziert.

 

So hatte z. B. jemand aus dem Kreis (wohl in Erinnerung an eine Fernostreise) irgendwann gewünscht, einmal in einer Sänfte getragen zu werden.

Das sollte er haben.

Zu seinem runden Geburtstag im Februar waren Glocke, Peter mit Fahne, eine Sänfte und viele Bockseifer vor seiner Tür.

Er wurde mit viel Gelächter trotz winterlicher Temperaturen in der eigens für ihn (und sein Gewicht) angefertigten Sänfte durchs Dorf getragen…

Natürlich stand sowohl während des Rundganges als auch danach wärmendes Flüssiges zur Verfügung.

 

Im Laufe der Zeit wurden sowohl ein fahrbarer

Hühnerstall (s. Foto rechts)

 

 

 

 

                                                                                            

                                                                           

                                                                                       

                                                                                                                          

                                                                                                                          

                                                                                                                           als auch ein Herzchenplumpsklo,

                                                                                         als auch eine Fischerhütte,

                                                                            (s. Foto links)

 

 

 

 

 

 

als auch ein Heinzmobil

(Aufschrift: Rente mit 67-mit mir nicht!)

zum 70. Geburtstag gebaut.

(s. Foto rechts)  

 

 

 

 

Da wurde ein Sandstrand mit Liegestühlen, Sonnenschirm, Heizstrahler  usw. hergerichtet, damit das Geburtstagskind den Traum von Sonne und Meer vor der Haustür erleben konnte.

 

Man baute ein Einpersonen-  Flugzeug (hat sich leider als nicht ganz flugtauglich erwiesen),

außerdem ein Schiff, welches ausschließlich konzipiert war für die Weibe mit ihren Nebenflüssen.

 

 

Und es wurde ein Zuchtstier

aus Pamplona importiert!

 

Als der Transporter hier

ankam, tobte die Bestie darin

so wild, dass die mutigsten

Männer  die Klappe nicht zu

öffnen wagten.

Aber dann…

Unterwegs muss es geregnet

haben- da muss er eingelaufen sein...

Oder war es zweite Wahl?

(s. Foto rechts)

 

 

 

 

 

 

 

Aber:  Es wird in Bockseifen nicht nur

ans Vergnügen gedacht beim Schenken!

 

Das nebenstehende Bild zeigt deutlich,

dass man hart arbeiten muss, um zu

beweisen,  dass man der kranken Braut

im Bollerwagen auch einen warmen Hintern

bieten kann...

 

 

 

Und dann  die Bockseifer Reisen!

 

Die erste Bockseifer Fahrt fand 1997 statt.

Sie soll so lustig gewesen sein, dass die Teilnehmenden nicht mehr so recht wissen, wo sie waren,

aber ganz bestimmt wussten, dass so etwas wiederholt werden muss.

 

1998, während der zweiten Reise nach Rattenberg im Bayrischen Wald, wurde die Idee einer Glocke so ganz allgemein geboren.  Sie sehen schon, das konnte nicht gut gehen…

 

Als Peter, unser späterer Fahnenschwinger Anfang Januar 1999 Geburtstag hatte, erhielt er als Geschenk eine Bayernfahne, weil er die Fahne im Vorjahr in Rattenberg so toll geschwungen hatte.

Seither ist diese Fahne steter Begleiter der Bockseifer Feste.

 

Im August 1999 ging die Fahrt nach Bremen.

Da muss es ziemlich munter her gegangen sein. Da aber die diversen Lokalverbote in Bremen inzwischen aufgehoben sein sollen, wollen auch wir das Mäntelchen des Vergessens über diesen  Ausflug ausbreiten.

 

Eines darf dazu nicht unerwähnt bleiben: 

Weil ein Mitreisender seinen gekauften Aal nicht zur allgemeinen Verfügung stellen wollte,

hatte jemand das stattliche Tier gegen einen simplen Stock ausgetauscht.

Der Täter wurde aber bald gefasst und die Besitzverhältnisse geklärt.

 

 

 

Nebenstehend finden Sie übrigens

den Text unseres Liedes, das –wie

sollte es  anders sein-

von einem waschechten

Bockseifer getextet wurde, 

von Berthold Ising,

unserem Bauern Ewald.

 

In Bockseifen gibt es auch Auswärtige, die gern mal kräftig

auf den Putz hauen. So prahlte einer, in seiner Heimat sei

das Wetter zur Zeit viel besser und die 

Sonne scheine dort sowieso immer viel wärmer.

Die Sprüche parierte Hafers Berthold mit den Worten:

„Njo, dad honnijouald gehuurd. Om Wesderwald erret sue heeß, 

dad de Böijeln durch de Schoo stäächen…

 

Seitdem hat die Auf-Schneider-ei etwas nachgelassen.

 

***

Auch in diesem Jahr fand eine Bockseifer Reise statt.

Das Ziel war Stade in der Nähe von Hamburg!

 

Kaum hatten die Reisenden ihre Koffer ausgepackt, hieß es : Antreten zur Bootsfahrt!

 

Wer dachte, eine Bootsfahrt die ist lustig, und man wird bei Bier oder Wein Schunkellieder trällernd im warmen Salon eines wohlgepflegten Ausflugschiffes sitzen, der war schief gewickelt.

Auf einem offenen, mit Holzsitzen und Kissen bestückten Fleetkahn hat uns dieser nette Herr die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte der hübschen, alten Stadt erklärt.

Leider hat das Kälteklappern meiner Zähne seine Ausführungen übertönt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie hat auch gefroren, aber Jens hat gesagt,  bei warm und schön könne jeder–

wir sollen uns nicht so anstellen...

 

(Er ist übrigens nicht mit gefahren!)

 

Samstags haben wir Hamburg unsicher gemacht.

Die Reeperbahn wurde rechtzeitig großräumig abgesperrt. So war einigermaßen sicher gestellt, dass am späten Nachmittag alle Reisenden wieder am Bus eintrafen.

 

Am Samstag Abend unterhielten uns zum Abschluss der Reise –natürlich nach einem ordentlichen Mahl–  die Stader Hafensänger im Hotel.

Schön war‘s!

 

...bis zum nächsten Mal

übrigens:

Wir Bockseifer müssen nicht in den Norden fahren, um richtig guten Fisch zu essen.

Wolle und seine Anglerkollegen räucherten an der Glocke fangfrische Forellen, nach deren Genuss -zusammen mit genügend passender Flüssigkeit– der Spruch von Fischers Fritze nicht mehr so fließend über die Zungen wollte...

Unter dem Tab ‚Wissenswertes‘ werden neue Räucher- Termine bekannt gegeben.